Privater Pflegekostenschutz bleibt ausbaufähig
Pflegeleistungen verteuern sich in Deutschland deutlich schneller als die allgemeinen
Lebenshaltungskosten, zuletzt um 9 Prozent auf Jahressicht. Der Eigenanteil bei vollstationärer
Pflege liegt mittlerweile im Durchschnitt bei weit über 3.000 Euro monatlich. Dass sich
angesichts leerer Sozialversicherungskassen mit der anstehenden Pflegereform maßgebliche
Entlastungen für Pflegebedürftige realisieren lassen, glauben nur eingefleischte Optimisten –
schließlich wird die Zahl der Pflegefälle allen Prognosen zufolge weiter steigen. Umso wichtiger ist die private Vorsorge, für die ein breites Angebot an privaten Pflegezusatzversicherungen bereitsteht.
Doch dieses effektive Instrument zur Entschärfung eines beträchtlichen Kostenrisikos wird nach
wie vor nur von einer Minderheit der Deutschen genutzt: Laut der auf Versicherungen
spezialisierten Ratingagentur Franke und Bornberg haben nur 4,1 Millionen Menschen
hierzulande eine Pflegezusatzpolice abgeschlossen, weniger als 5 Prozent der Bevölkerung also.
„Viele verdrängen das Risiko. Niemand denkt gerne daran, pflegebedürftig zu werden“, erklärt
Geschäftsführer Michael Franke die gefährliche Zurückhaltung. Den Betroffenen werde häufig
erst, wenn der Pflegefall eintrete, bewusst, welche Schutzlücke bestehe.
