Deutscher Start-up-Boom
08.10.2026
Für Gründer ist Deutschland bekanntlich kein leichtes Pflaster: zähe Bürokratie, zurückhaltende
Wagniskapitalgeber, enges regulatorisches Korsett. Nun aber vermeldet der Start-up-Verband
erfreuliche Wachstumszahlen: Bis Ende September ist mit rund 8 Milliarden Euro schon mehr
Venture Capital in Start-ups geflossen als im gesamten Vorjahr (7,5 Milliarden). Zudem haben in
den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits zehn junge Unternehmen die Bewertungsgrenze
von 1 Milliarde Euro durchbrochen, was sie zu einem „Einhorn“ macht. 39 davon gibt es jetzt in
Deutschland, ein neuer Rekord.
Hinter dem Boom stehen vor allem zwei Großtrends: Rüstung und KI. Rüstungs-Start-ups
profitieren von den enormen Investitionen, die in den kommenden Jahren nicht nur hierzulande
in den Bereich gepumpt werden. KI wiederum gehört laut der Umfrage „Deutscher Start-up
Monitor“ bei mehr als jeder zweiten Neugründung zum Kern des Produkts – und vereinfacht
zudem den Gründungs- und Aufbauprozess.
Das nun etwas reichlicher fließende Wagniskapital kommt indes nicht in der Breite der Start-up
Szene an, sondern konzentriert sich weitgehend auf die Spitze. Ohnehin sind die Summen zu
gering, um mit den USA ernsthaft konkurrieren zu können: Dort wurden 2025 je nach Definition
zwischen 274 Milliarden und 339 Milliarden US-Dollar an Wagniskapital investiert.
